November 13, 2018

FAKE NEWS NÄHREN HOFFNUNG

ES GIBT VERSCHIEDENE GRÜNDE, WARUM MENSCHEN FAKE NEWS IN DIE WELT SETZEN. ABER WARUM GLAUBEN ANDERE MENSCHEN IHNEN? JILAN ALSAHO HAT MIT ZWEI PERSONEN GESPROCHEN, DIE ERKLÄREN, IN WELCHEN SITUATIONEN SIE VERSEHENTLICH GEHOLFEN HABEN, FALSCHNACHRICHTEN ZU VERBREITEN.

Wegen des Kriegs in Syrien sind viele Familien getrennt. Während einige in andere Länder flüchten konnten, warten ihre Angehörigen auf Familienzusammenführung. Viele von ihnen haben Erfahrungen mit Fake News. Safaa, eine Mutter von fünf Kindern, stammt aus Syrien und hat zu dem Thema viel zu erzählen.

 

NACHRICHTEN AUS SOZIALEN NETZWERKEN

Safaas Mann und ein Sohn von ihr, der sieben Jahre alt ist, leben in Deutschland. Sie lebt mit ihren anderen Kindern in Jordanien. Als ihr Sohn fünf Jahre alt war, ist er mit seinem Vater nach Deutschland geflüchtet, der Rest der Familie konnte leider nicht mitkommen, weil sie zu wenig Geld hatten. Safaa ist Hausfrau, sie verfolgt Nachrichten auf Social-Media- und anderen Kanälen, weil sie immer auf Neuigkeiten wartet. Sie hofft, nach Deutschland kommen zu können, um ihren Sohn wiederzusehen. Sie hat vielen Fake News geglaubt. Beispielsweise schreibt jemand auf Facebook, dass die Regierung in Deutschland die Familienzusammenführung beschleunigen will oder es dafür ein neues Gesetz geben soll. Wenn sie so etwas liest, freut sie sich und bäckt Kuchen für ihre Kinder! Leider bleibt sie nicht lange so glücklich, denn sie erfährt nach ein paar Tagen, dass es nichts Neues gibt. Wegen der vielen schlechten Nachrichten hat sie danach auch geglaubt, als jemand schrieb, dass Kinder von Flüchtlingen ihre Familien überhaupt nicht mehr nach Deutschland bringen können. Sie ruft ganz schnell ihren Mann an, um die Wahrheit zu erfahren. Safaa sagte, sie sei sehr emotional, deshalb glaube sie sofort solche Nachrichten, die mit ihrem Sohn zusammenhängen. Bisher waren alle positiven Nachrichten aus den sozialen Netzwerken, die Safaa las, komplett falsch, weil sie bis jetzt nicht nach Deutschland kommen konnte. Safaa aber glaubt den Nachrichten immer noch – trotz ihrer langen Erfahrung mit Fake News.

 

KURSIERENDE NACHRICHTEN

Der 60-jährige Ahmed Alkhalaf aus Damaskus, dessen Frau vor fünf Jahren verstorben ist, hat zwei Söhne, die im Gefängnis sitzen. Er verfolgt immer jede Nachricht, die er hört oder liest. Er denkt, vielleicht bekäme er eine gute Nachricht über die Situation seiner Söhne. Wenn er etwas Neues hört, erzählt er es seiner Familie, Freunden und den Freunden seiner Söhne. Die Richtigkeit dieser Nachrichten ist für ihn dabei unwichtig. Alkhalaf verbreitet diese Fake News nur, weil er sich nur zusammen mit seinen Bekannten glücklich oder traurig fühlen möchte.

 

VIELLEICHT HILFT DAS SCHICKSAL

Die Gründe für ihre Gutgläubigkeit sind ihre emotional angespannte Situation und ihre Hoffnungen. Ahmed wünscht sich, seine Söhne wiederzusehen und Safaa wünscht sich, dass ihre Familie wieder zusammenkommt. Aber wer weiß, vielleicht hilft ihnen das Schicksal. Die Geschichten dieser beiden Menschen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Problems. In Ländern wie Syrien halten viele Leute aufgrund ihrer schwierigen Lage einige Fake News für die Wahrheit. So kann es passieren, dass Menschen unabsichtlich falsche Nachrichten verbreiten.

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